England, Greenacres Farm 1961: Während einer Familienfeier am Flussufer beobachtet die junge Laurel, wie ein Fremder das Grundstück betritt und ihre Mutter aufsucht. Kurz darauf ist der idyllische Frieden des Ortes jäh zerstört. Erst fünfzig Jahre später gesteht sich Laurel beim Anblick eines alten Fotos ein, dass sie damals Zeugin eines Verbrechens wurde. Doch was genau geschah an jenem lang zurückliegenden Sommertag?

Der Roman „Die Verlorenen Spuren“ von Kate Morton 2014 im Diana-Verlag und umfasst 608 Seiten.

Ich könnte jetzt erst einmal ausführlich den Inhalt und die Figuren des Buches beschreiben, doch das würde nicht einmal annähernd beschreiben, wie ich mich beim Lesen dieses Romans gefühlt habe.

Die Geschichte ist in drei größere Teile geteilt. Der erste erzählt Laurels Jugenderinnerungen aus dem Sommer ’61, der zweite befasst sich mit der jungen Erwachsenenzeit ihrer Mutter Dorothy und der dritte Teil beschreibt die Lebensgeschichte Vivien Jenkins, einer Frau aus Dorothys frühem Erwachsenenleben.

Im Laufe der Geschichte entschlüsselt Laurel immer mehr die Geschichte hinter einem Foto, welches sie bei der Feier zum 90. Geburtstag ihrer Mutter findet. Sie erfährt die wahre Lebensgeschichte ihrer Mutter, die immer ein Geheimnis darstellte und lernt auch sich selbst besser kennen.

Obwohl ich das Buch im Endeffekt richtig klasse finde, hatte ich am Anfang so meine Schwierigkeiten damit. Die Geschichte läuft sehr langsam an und zieht sich wirklich hin. Beinahe hätte ich aufgegeben. Doch dann wurde es mit der Zeit immer spannender und schließlich – etwa 150 Seiten vor Schluss – kam der große Knall. Eine Enthüllung, die mich dermaßen aus der Fassung gebracht hat, dass ich jetzt, nachdem das Buch seit vier Tagen ausgelesen ist, immer noch darüber nachdenke.
Es ist lange her, dass ich ein Buch gelesen habe, dass mich emotional so mitgenommen hat. Ich habe geflucht, gelacht und sogar geweint. Normalerweise lese ich nur und zeige dabei nicht unbedingt meine Gefühle, doch dieses Buch hat mich auf den letzten Seiten so sehr mitgerissen, dass es einfach nicht anders ging.

Ich empfehle dieses Buch mit Freuden weiter. Wer schon Bücher von Kate Morton gelesen hat, wird auch an diesem seine Freude haben, sie wird sich absolut gerecht. Wer Spaß an Familiengeheimnissen und generationenübergreifenden Geschichten hat, dem wird dieser Roman auf jeden Fall gefallen.